Psychologische Versorgungsstrukturen in der Intensivmedizin

Eine psychologische Versorgung auf Intensiv- und Intermediate-Care-Stationen ist Teil der Strukturempfehlungen der DIVI zur Ausstattung dieser Stationen. Zudem empfehlen Leitlinien die Behandlung von Angst auf der Intensivstation (S3-Leitlinie Analgesie, Sedierung und Delirmanagement in der Intensivmedizin) und eine frühzeitige psychologische Unterstützung bei potentiell traumatisierenden Ereignissen (S2-Leitlinie Diagnostik und Behandlung von akuten Folgen psychischer Traumatisierung).
Eine aktuelle Umfrage unter Ärzten und Pflegenden in der DIVI zeigt, dass ein hoher bis sehr hoher Bedarf an psychologischer Versorgung bei Patienten und Angehörigen, aber auch hinsichtlich der Unterstützung des Teams besteht und in allen drei Versorgungsbereichen eine Unterversorgung wahrgenommen wird. Diese ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass die Versorgung gar nicht oder in zu geringem Umfang zur Verfügung steht.
Mit dem übergeordneten Ziel eine strukturell und finanziell verankerte psychologische Versorgungsstruktur zu etablieren, arbeitet die neu gegründete Sektion Aufbau psychologischer Versorgungsstrukturen zu folgenden Themen:

  • Interprofessionelle Definition und Standardisierung von psychosozialen und psychologischen Inhalten der Erwachsenen und pädiatrischen Intensivmedizin
  • Schaffung einer gemeinsamen Schnittstelle zwischen Psychologen, Intensivmedizinern und Pflegekräften/Physiotherapeuten/ weiteren Berufsgruppen
  • Behandlung psychischer Symptome bei Patienten und Evaluation der Wirksamkeit
  • Definition und Begründung von Aufgabenbereichen in der psychosozialen Angehörigenbetreuung
  • Definition und Evaluation von teamunterstützenden psychologischen Tätigkeiten
  • Kommunikation in Krisensituationen und Entwicklung von Kriseninterventionssystemen in der Intensivmedizin
  • Entwicklung eines psychosozialen Curriculums als Grundlagenqualifikation für Psychologen, Psychotherapeuten und Psychosomatiker, die auf Intensivstationen arbeiten

Ihre Ansprechpartner

Dr. Teresa Deffner
Sektionssprecher

Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin
Kinderklinik, Sektion Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin
Universitätsklinikum Jena
Am Klinikum 1
07740 Jena
E-Mail: Teresa.Deffner@med.uni-jena.de

 

N.N.
Stellvertreter

Adresse
E-Mail: --

Niecke A, Hartog C, Deffner T, Janssens U, Michels G. Need for Psychological Support in Intensive Care: A survey among members of the German Society of Medical Intensive Care and Emergency Medicine. Med Klin Intensivmed Notfmed. 2019 Jan 3. doi: 10.1007/s00063-018-0523-x.

Deffner T, Michels G, Nojack A, Rößler I, Stierle D, Sydlik M, Teufert S, Ullmann U, von Bassewitz V, Wicklein K.Psychological care in the intensive care unit : Task areas, responsibilities, requirements, and infrastructure.Med Klin Intensivmed Notfmed. 2018 Oct 26. doi: 10.1007/s00063-018-0503-1.

Deffner T. Konzeptuelle Überlegungen für die psychologische Arbeit auf Intensivstationen. Anästh Intensivmed 2017; 58:248-258.
Teufert S, Bercker S (2015) Psychosoziale Situation und psychologische Betreuung in der Intensivmedizin. https://doi.org/10.1007/978-3-642-54675-4_3-1

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