Aktuelle Meldungen

Neuigkeiten aus der Intensiv- und Notfallmedizin

Privatdozent Dr. Florian Hoffmann

Platzmangel auf deutschen Kinderintensivstationen: „Der notwendige Versorgungsbedarf für kranke Kinder kann nicht mehr sicher gewährleistet werden“, sagt Privatdozent Dr. Florian Hoffmann (Foto), Sprecher der Sektion „Pädiatrische Intensiv- und Notfallmedizin“ der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) und Oberarzt auf der Interdisziplinären Kinderintensivstation am Dr. von Haunerschen Kinderspital der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er bezieht sich dabei auf neue Studienergebnisse der Universität zu Köln, die jetzt veröffentlicht wurden. Demnach führe die Unterfinanzierung in der Pädiatrie zu einer Umstrukturierung der pädiatrischen Versorgungslandschaft, die zu einem Abbau pädiatrischer Versorgungskapazitäten führt. „Kliniken haben somit immer weniger Betten und immer weniger Personal, um kritisch kranke Kinder zu behandeln“, sagt Hoffmann. „Hier muss die Politik dringend handeln, bevor die Gesundheit von Kindern durch die Ökonomisierung des Systems riskiert wird.“

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Professor Bernd Böttiger

Geringe Reanimationsquote in Deutschland: Jedes Jahr erleiden deutschlandweit mehr als 70.000 Menschen außerhalb eines Krankenhauses einen plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand. Dabei ist die Bereitschaft anwesender Laien zur Durchführung einer sofortigen Laienreanimation im internationalen Vergleich gering. Nur bei jedem dritten Herz-Kreislauf-Stillstand wird mit der Wiederbelebung begonnen, bevor der Notarzt eintrifft. Der am 16. Oktober stattfindende „World Restart a Heart Day“ will mit weltweiten Aktionen dafür sorgen, dass mehr Menschen in der Lage sind, im Notfall direkt mit einer Laienreanimation Leben zu retten. Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) unterstützt die Initiative: „Wir rufen medizinisches Personal aller Fachgebiete auf, Kinder sowie Erwachsene in der Anwendung der lebensrettenden Wiederbelebungsmaßnahmen zu schulen“, sagt Professor Bernd Böttiger (Foto), Mitglied des DIVI-Präsidiums und Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin am Universitätsklinikum Köln.

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Arzt hält Organspendeausweis

Die DIVI hat bei ihren Mitgliedern zwischen dem 1. und 8. Oktober 2019 eine anonymisierte Online-Blitzumfrage bezüglich der zur Diskussion stehenden Gesetzesentwürfe zur Organspende durchgeführt. Dabei konnten die Befragten sich zwischen folgenden Antwortmöglichkeiten zur Frage „Welcher Regelung zur Organspende stimmen Sie zu?“ entscheiden:

  • Entscheidungslösung (Aktuelle Regelung)
  • Widerspruchslösung
  • Doppelte Widerspruchslösung (Vorschlag einer Abgeordnetengruppe um Bundesgesundheitsminister Jens Spahn)
  • Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung der Entscheidungsbereitschaft bei der Organspende (Vorschlag einer Abgeordnetengruppe um Annalena Baerbock)
  • Ich bin mir unsicher

DIVI-Präsident Prof. Dr. Uwe Janssens stellt im folgenden Clip das Ergebnis der Umfrage vor.
Wir bedanken uns bei unseren Mitgliedern für die große Beteiligung und Unterstützung in dieser wichtigen Fragestellung!

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Tilmann Müller-Wolff

In der Intensivpflege werden zunehmend Diskussionen über einen Mangel an Ressourcen geführt. Der Fachkräftemangel hat eine direkte Auswirkung auf die Versorgungsqualität in den Krankenhäusern. Insbesondere Fachpflegekräfte stehen den Krankenhäusern nicht mehr ausreichend zur Verfügung. Damit sich daran etwas ändert, haben Experten der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) sowie der Deutschen Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste (DGF) fünf Thesen erarbeitet, um die Relevanz der Pflege-Profession für das Gesundheitssystem öffentlich zu unterstreichen. „Wir wollen damit die fachliche Diskussion um die notwendige Anzahl von Fachpflegenden in der Intensivmedizin schnellstmöglich weiter vorantreiben“, sagt Tilmann Müller-Wolff (Foto), Sektionssprecher der DIVI-Sektion Pflegeforschung und Pflegequalität sowie Akademieleiter der Regionale Kliniken Holding in Ludwigsburg, der das jetzt veröffentlichte Thesenpapier federführend erstellt hat. „Spezifische Qualifikationen, eigenständige Handlungsfelder und Interprofessionalität sind nur drei der Hebel, die wir für eine qualitativ hochwertige Versorgung kritisch kranker Patienten identifiziert haben“, so Müller-Wolff.

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Professor Bernd Schönhofer

Neue Studienerkenntnisse eingearbeitet: Unter der Federführung der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP) wurde die überarbeitete Leitlinie zum prolongierten Weaning vorgestellt. Auch die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), die Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN) sowie die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) waren an der Aktualisierung der Leitlinie beteiligt. „Viele neue Erkenntnisse in den vergangenen Jahren sowie die wachsende Bedeutung des prolongierten Weanings – aber auch seines Versagens – haben eine Überarbeitung der Leitlinie nötig gemacht“, sagt DIVI-Präsident Professor Uwe Janssens, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Internistische Intensivmedizin am St.-Antonius-Hospital in Eschweiler. „Besonders vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte zur außerklinischen Beatmung ist die Veröffentlichung der Leitlinie gerade jetzt von hoher Bedeutung.“

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