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Neuigkeiten aus der Intensiv- und Notfallmedizin

PM: DIVI fordert umgehend bundesweit einheitliche Maßnahmen zur größtmöglichen Kontaktbeschränkung

Die Lage in der Pandemie war aus Sicht der Intensiv- und Notfallmedizin noch nie so bedrohlich und ernst wie heute. Schon vor Weihnachten werden wir mehr als 6.000 Patienten mit COVID-19 auf den Intensivstationen behandeln müssen – und damit wird das bisherige Allzeithoch vom Januar 2021 mit Sicherheit deutlich überschritten. Allein in der vergangenen Woche haben wir mehr als 2.300 intensivpflichtige Patienten neu aufgenommen. 886 Covid-19-Patienten sind verstorben. Und die Situation setzt sich unverändert fort. Das Gesundheitssystem, insbesondere die Intensivstationen, sind vielerorts bereits überlastet, sodass erneut schwerstkranke Patienten von Ost nach West und Süd nach Nord verlegt werden müssen. Aber auch diese Strategie verschafft uns nur kurzfristig Zeit. Das ist keinesfalls eine Lösung.


Als Intensiv- und Notfallmediziner sehen wir keine andere Möglichkeit, als sofort bundesweit einheitliche notbremsende Maßnahmen zur größtmöglichen Kontaktbeschränkung zu fordern. Das kann – wenn notwendig – auch ein zeitlich begrenzter Lockdown sein.

Wir brauchen konkrete Maßnahmen, um die aktuelle dramatische pandemische Entwicklung umgehend zu stoppen. Als Grundlage hierfür muss die epidemische Lage nationaler Tragweite als Gesetz reaktiviert werden, um bundeseinheitliche Maßnahmen schnell durchsetzen zu können.

Um unsere Patienten und Mitarbeiter zu schützen und die Kliniken vor dem Kollaps zu bewahren, müssen bzw. muss ebenfalls – insofern medizinisch vertretbar – umgehend

  1. alle bundesweit nicht dringend medizinisch notwendigen Eingriffe und Behandlungen nicht mehr vorgenommen werden und das Personal in die Intensiv- und Notfallbereiche umgesetzt werden.
  2. mindestens 1 Million Impfungen und Booster-Impfungen pro Tag verabreicht werden.
  3. die Impfpflicht für alle Erwachsenen umgesetzt werden, um eine sehr wahrscheinliche fünfte und sechste Welle verhindern zu können.

Hierbei gilt es, aus den Fehlern vorheriger Lockdowns zu lernen und vor allem die vulnerablen Gruppen wie Kinder- und Jugendliche sowie Hochbetagte fest im Blick zu behalten. Schließungen von Kitas und Schulen sollten im Rahmen allgemeiner Maßnahmen weitestgehend vermieden sowie nur angesichts besonders bedrohlicher Infektionslagen vorgenommen werden.

Angesichts der neu festgestellten Omikron-Variante – und in dem Wissen, noch kaum Kenntnisse über diese zu besitzen – gilt es aber mehr denn je, umsichtig und vorausschauend zu handeln.

Wir brauchen eine leistungsstarke Intensiv- und Notfallmedizin zur Bewältigung der Herausforderungen unserer Zeit. Diese können wir aber nur aufrechterhalten, wenn die Politik jetzt umgehend handelt! Hier braucht es konkrete wie auch nachhaltige Maßnahmen.

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