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Kollegen helfen Kollegen: DIVI unterstützt PSU HELPLINE

Psychosoziale Unterstützung für Mitarbeitende im Gesundheitswesen bei besonderen Belastungen und schwerwiegenden Ereignissen – das bietet der gemeinnützige Verein PSU Akut über seine HELPLINE an. Die kostenlose, anonyme und vertrauliche Beratung durch Peers bietet Hilfe. Täglich von neun bis 21 Uhr besteht die Möglichkeit sich an die HELPLINE unter der kostenfreien Nummer 0800 0 911 912 zu wenden. Etwa 1400 Personen mit akutem Unterstützungsbedarf konnten in den letzten Monaten so über die HELPLINE bereits Entlastung erfahren.

In einem Gespräch mit einem Peer, also einer Person mit einem ähnlichen beruflichen Hintergrund, erhalten die Anrufer Unterstützung auf Augenhöhe und Verständnis für die jeweiligen Umstände in ihrem Arbeitsumfeld. Bei Bedarf stehen den Anrufern auch approbierte Psychotherapeuten zur Verfügung. Neben dem Angebot der HELPLINE bietet PSU auch vor Ort Interventionen an und hilft Institutionen dabei, Psychosoziale Unterstützung für die Mitarbeitenden in der Organisation selbst zu etablieren.

Telefonischen Beratung und Unterstützung vor Ort

„Wir sind froh, dass wir, mit der telefonischen Beratung und der Unterstützung vor Ort ein zweigleisiges Angebot aufbauen konnten,“ so Andreas Igl, Geschäftsführer von PSU Akut e.V. und Leiter der PSU HELPLINE. „Der Bedarf ist groß und die Angebote vieler Arbeitgeber stecken leider noch in den Kinderschuhen oder können die erwünschte Anonymität nicht gewährleisten. Ich erlebe täglich, wie wichtig es ist, dass wir hier mit den HELPLINE-Angeboten unterstützen können.

Beispiel aus der Praxis: Hilfe nach COVID-19-Ausbruch im Altenheim

Die Leitung des Altenheims St. Franziskus in Kolbermoor hat sich nach einem COVID-19-Infektionsgeschehen bereits im Frühjahr Unterstützung geholt. Ein Beitrag im ZDF-Mittagsmagazin vom 8. Dezember beschreibt die Situation in der Einrichtung, die Erfahrungen mit der Ausnahmesituation und den PSU-Hilfsangeboten:

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Hinter jedem HELPLINE-Anruf steht eine persönliche Geschichte

Intensivschwester, 38 Jahre
Nach einem Verkehrsunfall verstirbt ein 11-jähriges Mädchen im Schockraum

„Ich hatte schon mehrere Tage mit dem Gedanken gespielt, mich an die Helpline zu wenden. Abends, nach einem Glas Wein, habe ich dann meinen Mut zusammengenommen und angerufen. Ich hatte bei der Kollegin sehr schnell ein sicheres Gefühl, und da kam dann alles hoch: die ganze Dramatik der Situation, die verzweifelten Eltern und die Bilder des schwerverletzten Mädchens. Ich konnte besser darüber reden, als ich dachte. Danach war mir irgendwie leichter und ich konnte mit ihr überlegen, wie ich weiter mit meinen Reaktionen und meiner Angst umgehen kann. Mir wurde in dem Telefonat auch erst richtig bewusst, dass mich das Ganze so mitgenommen hat, weil ich selbst eine Tochter in ähnlichem Alter habe. Deshalb habe ich auch anders reagiert als meine Kollegen.“

Altenpflegerin, 51 Jahre
Überlastungssituation in der Arbeit

„Ich war die letzten drei Wochen schon total kaputt, wurde auch zweimal getestet, und war zum Glück immer negativ. Weil es nicht besser wurde, bin ich dann zu meinem Hausarzt. Aber der hatte mit seiner vollen Praxis auch nur kurz für mich Zeit. Als ich Zuhause war, hab´ ich erstmal nur noch geweint. Mein Mann und auch eine Kollegin haben mir dann geraten, anzurufen. Gut war für mich, dass ich in dem Gespräch nichts zurückhalten musste, man überlegt ja sonst schon, was sagt man alles, und kann der andere damit umgehen. Ich glaube wir haben so eine Dreiviertelstunde gesprochen und der Kollege hat mir dann empfohlen, noch mit einer Psychotherapeutin aus dem Helpline-Team zu sprechen. Die hat mich dann am nächsten Tag angerufen. Sie hilft mir jetzt dabei, dass ich mich wieder stabilisiere."

Assistenzarzt, 32 Jahre
Bei einer Operation kommt es zu einer lebensgefährlichen Situation für den Patienten

„Der ganze Tag war schon verkorkst. Dann kam die 38-jährige Patientin mit Blinddarmdurchbruch. Bei der Einleitung der Narkose hat die Patientin dann aspiriert: eine lebensgefährliche Situation. Wir haben das zwar gut hingekriegt, aber an mir nagten ziemliche Selbstzweifel. Auch hab´ ich mir immer gedacht, was wäre, wenn das schief gegangen wäre. Mit den Kollegen, mit denen ich mich schon gut verstehe, wollte ich nicht sprechen, irgendwie hatte ich Sorge, die halten mich für nicht geeignet für den Job. Verständnis für meine Situation habe ich erst durch den erfahrenen anästhesiologischen Kollegen der Helpline bekommen. Das fand ich sehr entlastend, auch weil er selbst schon ähnliche Situationen erlebt hat.“

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