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DIVI-Präsident Schwab zieht Bilanz: „Wir werden stärker wahrgenommen“

Zum 31. Dezember 2018 gibt der aktuelle DIVI-Präsident Professor Stefan Schwab (Foto) sein Amt ab. Nach zwei Jahren wird der Direktor der Neurologischen Klinik des Universitätsklinikums Erlangen gemäß der in der Satzung vorgesehenen Rotation zum Past Präsident, sein Nachfolger ab dem 1. Januar 2019 wird Professor Uwe Janssens aus Eschweiler. In einem Rückblick spricht Schwab über seine Errungenschaften, Erfahrungen und auch Überraschungen während einer intensiven sowie abwechslungsreichen Zeit als Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin.


Herr Professor Schwab, Sie blicken zurück auf zwei ereignisreiche Jahre. Welche Aufgaben haben Ihre Präsidentschaft geprägt?
Geprägt hat meine Zeit als Präsident vor allem das Thema Weiterbildung, in diesem Fall die Zusatzweiterbildungen für Intensiv- und Notfallmedizin, die in diesem Jahr durch den Deutschen Ärztetag verabschiedet wurden. Das war inhaltlich eine der wesentlichsten Aufgaben. Intern haben wir die vergangenen zwei Jahre zudem genutzt, um die DIVI-Strukturen zu verbessern. Insbesondere haben wir die Geschäftsstelle personell ausgebaut mit einem zweiten, medizinischen Geschäftsführer und wir haben neue, größere Räume in Berlin akquiriert. Dadurch sind wir für die Zukunft noch besser gerüstet.

Was hat Sie im Laufe Ihrer Amtszeit überrascht?
Ich war erstaunt, wie oft die Berufspolitik und die Interessen einzelner Fachbereiche in ganz unterschiedliche Richtung weisen und so tragfähige Lösungen manchmal nicht ganz leicht zu finden waren. Das ist aber auch genau die Stärke der DIVI, sich eben nicht auf eine Seite zu schlagen, sondern eine Lösung zu finden, die möglichst alle Interessen unter einen Hut bekommt. Dies wird auch in Zukunft eine Herausforderung für die DIVI bleiben.


In welchen politischen Bereichen konnten Sie Änderungen erzielen?
Es gibt viele Punkte, die wir erfolgreich mitgestalten konnten. Ein Thema ist zum Beispiel die Diskussion um die Entwicklung der Organtransplantation. Ein anderes Thema ist die Neustrukturierung der Notfallversorgung. Das wurde und wird auch Öffentlich sehr breit diskutiert. In diesen Bereichen gehören wir zu den Stimmen, auf die wesentlich gehört wird.

Welche Konflikte mit der Politik bestehen momentan noch?
Die Personaluntergrenzen in der Intensivmedizin sind eine Dauerproblematik, die sich erwartungsgemäß auch in den nächsten Jahren nicht so einfach lösen lassen wird. Hinzu kommt die Neustrukturierung der Notfallversorgung. In diesem Bereich haben wir in einigen Punkten andere Vorstellungen als beispielsweise die Kassenärztlichen Vereinigungen. Auch stellt sich jetzt die Frage, wie die Zusatzweiterbildung Notfallmedizin organisiert und gelebt wird. Das sind Punkte, die in den kommenden Jahren unsere Agenda bestimmen werden.


Ist damit das öffentliche Interesse an der Intensiv- und Notfallmedizin in den vergangenen Jahren stärker geworden?
Ich denke, dass wir in den vergangenen beiden Jahren vor allem in der Öffentlichkeit deutlicher wahrgenommen worden sind. Auch unter dem Aspekt, wie weit zum Beispiel die Intensivmedizin in der Praxis gehen darf und soll. Ich denke, da ist die DIVI gut beraten, sich immer wieder zu positionieren und die Intensivmedizin in ihrer Bedeutung richtig darzustellen.

Die DIVI-Mitglieder sind sehr unterschiedlich aufgestellt. Wie ist es Ihnen gelungen, alle Interessensgruppen gleichermaßen zu vertreten?
Das ist tatsächlich die Kernaufgabe, alle Interessen zu vereinen. Das gelingt mal mehr, mal weniger. In den letzten zwei Jahren ist es allerdings nie dazu gekommen, dass ein dauerhafter Dissens bestanden blieb. Alle Vertreter der verschiedenen Fachgesellschaften sind also in der Lage, die Dinge soweit zu diskutieren, um am Ende eines manchmal langen Prozesses auch zu einer Lösung zu kommen. Das ist es schließlich, was sich unsere Mitglieder von uns erwarten.

Die DIVI gewinnt auch immer mehr Mitglieder. Wird es mit mehr Mitgliedern dann einfacher oder komplizierter, die Ziele zu erreichen?
Ich glaube, dass wir mit mehr Mitgliedern ein besseres Standing bekommen. Wir können gerne noch auf die doppelte Mitgliederzahl ansteigen: Wenn man sich vorstellt, wie viele Ärzte, Pfleger und Therapeuten in der Intensivmedizin tätig sind, dann sind derzeit rund 2.500 Mitglieder noch relativ wenig. Da wünsche ich mir in Zukunft noch einen deutlichen Zuwachs.

Wie ist nun Ihre persönliche Bilanz der zwei Präsidentenjahre?
Ich war zum Glück schon gut auf das Amt vorbereitet, da ich schon länger im DIVI-Präsidium aktiv war und so genau wusste, was auf mich zukommt. Ich nehme aus dieser Arbeit auch viel für meinen Hauptberuf als Neurologe mit. Was für mich besonders wichtig war zu verstehen: Wie funktioniert die Meinungsbildung in diesem sehr interdisziplinären Berufsfeld? Für mich waren es insgesamt zwei spannende Jahre – auch mal anstrengend, aber immer angenehm.

Was hätten Sie jetzt noch gerne vor Ende Ihrer Amtszeit abgeschlossen?
Viele der Punkte, die wir schon angesprochen haben, sind Work-in-progress. Die kann man also in diesem Sinne nicht abschließen oder erledigen. Hier sind wir aber auf einem wirklich guten Weg. Es gibt sicherlich Punkte, wo wir uns in Zukunft noch breiter aufstellen sollten. Ich denke da zum Beispiel an die noch engere Zusammenarbeit mit anderen Fachgesellschaften. Die DGINA etwa ist ein sehr wichtiger Partner geworden. Das will ich noch weiter mit anschieben.

Was möchten Sie abschließend Ihrem Nachfolger für die kommenden Jahre mit auf den Weg geben?
Ich glaube, man tut gut daran, viele Dinge zunächst einmal zu moderieren und sich dann eine Meinung zu bilden, um diese dann zu verfolgen. Als langjähriger Intensivmediziner ist Professor Uwe Janssens mit allen Themen gut vertraut und daher für sein Amt sehr gut gewappnet. Ich wünsche ihm dafür heute schon alles Gute!

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