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09. September 2026

Startschuss für optiSEP: 7,5-Millionen-Euro-Projekt geht in die Umsetzung

7,5 Millionen Euro Förderung, 42 Monate Laufzeit und ein ambitioniertes Ziel: Das Forschungsprojekt optiSEP soll die Versorgung von Sepsispatient:innen von der frühen Erkennung bis zur Intensivmedizin verbessern. Jetzt im September – dem Monat des Welt-Sepsis-Tages – ist das bundesweite Projekt unter Beteiligung der DIVI offiziell angelaufen. Ab Ende des zweiten Quartals 2027 sollen die ersten Patient:innen eingeschlossen werden, noch im selben Jahr kommt das neue Maßnahmenpaket erstmals zum Einsatz.

„Dass wir optiSEP jetzt gemeinsam mit den beteiligten Zentren umsetzen können, ist für uns ein großer Schritt“, sagt Dr. Alexandra Ramshorn-Zimmer (li.), Konsortialführende des Projekts und Leiterin des Klinischen Prozessmanagements am Universitätsklinikum Leipzig. In den kommenden Monaten geht es darum, die beteiligten Kliniken auf den Studienstart vorzubereiten und die Voraussetzungen für die neue Versorgung zu schaffen.

Auch Prof. Thorsten Brenner (Mitte), der optiSEP maßgeblich mitentwickelt hat, verbindet große Erwartungen mit dem Start. „Für die DIVI ist optiSEP ein echtes Meilensteinprojekt“, sagt das Mitglied des DIVI-Präsidiums. Der besondere Fokus liege auf der frühen Phase der Versorgung – vor allem in der Notaufnahme: „Wir wollen Sepsis früher erkennen, schnell die richtige Diagnostik einsetzen und die leitliniengerechte Therapie so früh wie möglich beginnen“, so der Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Universitätsklinikum Essen.

Früher erkennen, schneller diagnostizieren, gezielter behandeln

Dafür setzt optiSEP nicht auf eine einzelne Intervention, sondern auf ein Maßnahmenbündel: Patient:innen werden systematisch auf eine mögliche Sepsis untersucht, moderne Verfahren zur Erregerdiagnostik eingesetzt und die Teams der beteiligten Kliniken gezielt für Früherkennung und leitliniengerechte Therapie geschult. „Entscheidend ist das Ineinandergreifen dieser Maßnahmen“, erklärt Thorsten Brenner. „Nur dann können wir zeigen, ob wir die Versorgung tatsächlich messbar verbessern.“

Ab 2027 wird zunächst die bisherige Standardversorgung erfasst. Anschließend kommt das neue Maßnahmenpaket schrittweise zum Einsatz. „Noch im Laufe des Jahres werden damit die ersten Patientinnen und Patienten behandelt“, erläutert Brenner. Erst der Vergleich werde zeigen, welchen Unterschied die Intervention tatsächlich macht. Neben den medizinischen Ergebnissen werden dabei auch die Lebensqualität der Patient:innen und gesundheitsökonomische Effekte untersucht.

Versorgungsqualität transparent machen – AKTIN als zentrale Infrastruktur

Möglich wird das Zusammenführen der Behandlungsdaten durch eine Infrastruktur, die in zahlreichen deutschen Notaufnahmen bereits etabliert ist: die Infrastruktur AKTIN – eine Infrastruktur im Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) erfasst Routinedaten der Notfallversorgung standardisiert, automatisiert und interoperabel – dort, wo sie ohnehin dokumentiert werden und dezentral in den beteiligten Kliniken. Grundlage hierfür sind jahrelange Vorarbeiten der Sektion Notfalldokumentation der DIVI. optiSEP nutzt diese Infrastruktur, um den Behandlungsverlauf entlang der digitalen Rettungskette durchgängig abzubilden. Federführend beteiligt sind die Universitätsmedizin Magdeburg und die Uniklinik RWTH Aachen – beide sind zentrale Partner im optiSEP-Konsortium.

„Wir bauen die Datengrundlage für optiSEP nicht neu auf, sondern setzen auf einer Infrastruktur auf, die über Jahre gemeinsam mit den Notaufnahmen entwickelt wurde“, sagt Prof. Felix Walcher (re.) – einer der Initiatoren des Projekts, Past-Präsident der DIVI und Direktor des Instituts für Public Health in der Akutmedizin (IPHAM) der Universitätsmedizin Magdeburg. Das sei auch eine Frage der Nachhaltigkeit: „Was wir jetzt an Prozessen entwickeln, lässt sich später auf andere Kliniken übertragen – ohne dass jedes Projekt seine eigene Dateninfrastruktur baut.“

Vom Forschungsprojekt in die Regelversorgung

Zeigt optiSEP einen Vorteil gegenüber der bisherigen Versorgung, sollen erfolgreiche Maßnahmen perspektivisch in die Regelversorgung übernommen werden. „Für uns wäre das der eigentliche Erfolg von optiSEP, wenn aus den Ergebnissen am Ende konkrete Verbesserungen für die tagtägliche Versorgungsqualität entstehen“, betont Alexandra Ramshorn-Zimmer. „Wir wollen nicht nur wissen, ob unser Konzept funktioniert – wir wollen damit transsektoral Versorgung weiterentwickeln.“

Bereits im Januar hatte die DIVI ausführlich über die Förderzusage, die beteiligten Partner und das Konzept von optiSEP berichtet.

Fotos: privat und Mike Auerbach