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optiSEP: 7,5 Millionen Euro für transsektorales Sepsis-Projekt
Sehr gute Nachrichten zum Jahresanfang: Der Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) unterstützt das Forschungs- und Versor-gungsprojekt „optiSEP – Transsektorale Optimierung der Versorgungsprozesse bei Sepsis auf Basis von interoperablen Routinedaten“ mit 7,5 Millionen Euro über einen Förderzeitraum von 42 Monaten. Hervorgegangen ist das Projekt aus der interdisziplinären Zusammenarbeit mehrerer Sektion der DIVI, nutzt die Er-kenntnisse und Erfahrungen des erfolgreich abgeschlossenen Vorgängerprojekts DigiSep und fußt auf der NUM-geförderten AKTIN-Infrastruktur als elementarer Grundlage. Die Gesamtleitung von optiSEP wird Dr. Alexandra Ramshorn-Zimmer übernehmen, Leiterin des Klinischen Prozessmanagements am Univer-sitätsklinikum Leipzig (UKL).
„optiSEP adressiert ein zentrales Problem in der Akut- und Notfallversorgung: die bislang häufi-gen Informationsverluste an sektoralen Schnittstellen – etwa zwischen Rettungsdienst, Notauf-nahme, Intensivstation und Rehabilitation“, so Ramshorn-Zimmer. „Deshalb soll zukünftig die Versorgung von Sepsispatientinnen und -patienten sektorenübergreifend durch die Verknüpfung der Versorgungsdaten aus allen Behandlungsphasen verbessert werden. Und dies muss digital und interoperabel passieren!“
Sepsis kennt keine Sektorengrenzen
Vier Expertinnen und Experten aus Intensivmedizin, Notfallmedizin, Infektiologie und Medizi-ninformatik – allesamt Mitglieder des DIVI-Präsidiums oder aber Sprecher von DIVI-Sektionen – sind deshalb als weitere Projektleiter für optiSEP im Einsatz:
- Prof. Thorsten Brenner, Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Uni-versitätsklinikum Essen
- Prof. Sabine Blaschke, Ärztliche Leitung Zentrale Notaufnahme Notaufnahme, Universi-tätsmedizin Göttingen
- DIVI-Past-Präsident Prof. Felix Walcher, Direktor des Instituts für Public Health in der Akutmedizin, Universitätsmedizin Magdeburg sowie
- Prof. Rainer Röhrig, Direktor des Instituts für Medizinische Informatik, Universitätsklinik RWTH Aachen.
„Sepsis kennt keine Sektorengrenzen“, betont Prof. Felix Walcher, Past Präsident der DIVI. „Für eine erfolgreiche Behandlung müssen Rettungsdienst, Notaufnahme, Intensivstation und Reha-bilitation nahtlos ineinandergreifen.“ Das Konsortium bringe die interdisziplinäre Expertise zu-sammen, um mit modernen Methoden – von datengestützten Entscheidungshilfen bis hin zu standardisierten Behandlungspfaden – die Sepsisversorgung zukünftig transsektoral und nach-haltig zu verbessern, ist Walcher überzeugt. „Mit optiSEP entsteht ein Leuchtturmprojekt!“
Der 3,5-Jahresplan von optiSEP
Die Pläne des Konsortiums sind ambitioniert: Datenbasierte Entscheidungshilfen und die geziel-te Anwendung moderner Diagnostikverfahren – insbesondere die Next-Generation-Sequencing (NGS)-basierte molekulare Erregerdiagnostik – sollen helfen, Sepsis noch früher zu erkennen, Erreger präziser zu identifizieren und die antiinfektive Therapie noch zielgerichteter zu steuern. Zugleich sind Qualitätssicherung sowie patientenzentriertes Nachsorgekonzept inkludiert, um Langzeitfolgen einer überstandenen Sepsis abmildern zu können. Standardisierte Behandlungs-pfade und didaktische Konzepte sollen gewährleisten, dass im Rettungsdienst, in der Notauf-nahme, auf der Intensivstation und in der Rehabilitation alle Beteiligten einheitlich nach den kürzlich umfassend überarbeiteten evidenzbasierten Sepsis-Leitlinien handeln.
Fotos (v.l.): Dr. Alexandra Ramshorn-Zimmer (privat), Prof. Thorsten Brenner (Helmut Biess), Prof. Sabine Blaschke (privat), Prof. Felix Walcher (Mike Auerbach), Prof. Rainer Röhrig (Uniklinik RWTH Aachen)
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