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Neuigkeiten aus der Intensiv- und Notfallmedizin

Intensivpflegekräfte zeigen einem COVID-19-Patienten das Foto seiner Enkelin

Die DIVI und die Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste (DGF) haben gemeinsam eine „Stellungnahme zur Stärkung und Zukunft der Intensivpflege in Deutschland“ erarbeitet. Ärzte und Pflegkräfte haben in dem bemerkenswert konkreten Sechs-Seiten-Papier zahlreiche praxisnahe Forderungen und Vorschläge zusammengetragen, um die Arbeitsbedingungen in der Intensivpflege jetzt und sofort sowie nachhaltig zu verbessern. „Die Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte müssen sich dringend ändern“, sagt DIVI-Präsident Professor Gernot Marx, Direktor der Klinik für Operative Intensivmedizin und Intermediate Care am Universitätsklinikum Aachen. Seit einem Jahr und immer noch im Dauereinsatz inmitten der jetzt dritten Welle der Pandemie spielen zahlreiche Pflegekräfte mit dem Gedanken, aus ihrem Beruf aussteigen. „Wenn wir jetzt nichts tun, und die Pflegekräfte gehen, dann bekommen wir ein existentielles Problem in der Intensivmedizin!", konstatiert Professor Felix Walcher, Präsident elect der DIVI und Direktor der Klinik für Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Magdeburg. „Es gibt kein Intensivbett ohne Pflege! Wir Ärzte stehen nicht den ganzen Tag am Bett der Patienten – das sind die Pflegenden“, sind sich Walcher und Marx einig.

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DIVI-Präsident Prof. Dr. med. Gernot Marx

Die Stimmen der DIVI werden seit dem Wochenende lauter, um politisch gehört zu werden. „Nur weil die Bevölkerung des Lockdowns müde ist, können wir nicht bei Inzidenzen von 138, einem R-Wert von 1,2 und exponentiell steigenden COVID-19-Patieten auf den Intensivstationen darüber nachdenken, wie sich weitere Lockerungen durchsetzen lassen“, sagt DIVI-Präsident Professor Gernot Marx, Direktor der Klinik für Operative Intensivmedizin und Intermediate Care am Universitätsklinikum Aachen. „Wir müssen von den hohen Zahlen runter! Jetzt. Zwei oder drei Wochen harten Lockdown – das lässt sich ab sofort über die Osterferien besser realisieren als bisher. Das wird zahlreiche Menschenleben retten und noch viel mehr vor lebenslangen Langzeitfolgen von Patienten nach überlebter COVID-Erkrankung bewahren. Portugal hat es in jüngster Zeit vorgemacht. Erst harter Stopp. Und dann öffnen. Das hat gut geklappt.“

Deutschland braucht kein Bergamo. Um die Kapazitäten genau zu verfolgen reicht ein Blick ins DIVI-Intensivregister: Derzeit sind noch 1.607 Betten für COVID-19-Patienten in ganz Deutschland frei. Seit dem 10. März ist die Zahl der erkrankten Patienten von 2.727 auf heute 3.566 hochgeschnellt. „Diese Zahl wird die kommenden zweieinhalb Wochen weiter exponentiell wachsen, wenn jetzt nichts weiter unternommen wird“, weiß Professor Christian Karagiannidis, med.-wiss. Leiter des DIVI-Intensivregisters und Leiter des ECMO-Zentrums der Lungenklinik Köln-Merheim. „Wir wissen alle: Bei mehr als 5.000 COVID-19-Patienten wird es wirklich kritisch. Das heißt, es muss JETZT etwas passieren.“

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Aufgeklappter Laptop

Die Sektion Ethik der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) sowie die Sektion Ethik der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN) haben vor kurzem das Positionspapier „Überversorgung in der Intensivmedizin: erkennen, benennen, vermeiden“ als Open Access bei der Zeitschrift "Medizinische Klinik – Intensivmedizin und Notfallmedizin" veröffentlicht (Med Klin Intensivmed Notfmed 2021. https://doi.org/10.1007/s00063-021-00794-4). Das Papier wurde am 18. März 2021 in einem Webinar vorgestellt und diskutiert. Sehen Sie sich die Aufzeichnung an und informieren Sie sich über diesen wichtigen Beitrag!

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Prof. Janssens, Karagiannidis und Salzberger

Die gute Nachricht: Die Impfbereitschaft unter Ärzten und Pflegekräften, die vor allem auf den Intensivstationen tätig sind, ist zwischen Dezember und Februar von 65% auf über 75% gestiegen. Dies zeigt eine erneute Umfrage der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) sowie der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin (DGIIN) unter 3.501 Personen. „Die Impfbereitschaft ist insbesondere im Vergleich zur Influenza als sehr hoch einzustufen“, freut sich Professor Uwe Janssens, Past Präsident der DIVI und Initiator beider Umfragen. „Der Beginn der Impfung hat dazu geführt, dass die Bereitschaft noch weiter gestiegen ist.“

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Prof. Dr. Hans-Jörg Busch

Nach dem erfolgreichen, pandemiebedingt rein virtuellen Kongress der Deutschen Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) im Jahr 2020, stehen die Zeichen für 2021 auf Präsenzveranstaltung. Der aktuelle Kongress-Präsident Prof. Dr. Hans-Jörg Busch (Foto), ärztlicher Leiter des Notfallzentrums des Universitätsklinikums Freiburg, verrät im Interview Schwerpunktthemen, Formate und erste Keynote-Speaker – und wie man dank Pandemiekonzept für alle Eventualitäten gerüstet ist.

Das Motto des DIVI2021 lautet "Gemeinsam! Treffen, Diskutieren. Gestalten." Was bedeutet das konkret und warum ist das aktueller denn je?
Es geht nur gemeinsam: Wir müssen interdisziplinär und interprofessionell miteinander sprechen, um die Zukunft der Notfall- und Intensivmedizin zu gestalten. Und um gemeinsame Lösungen zu finden, müssen wir auch miteinander diskutieren. Das "Treffen" ist ein ganz wichtiger Punkt, weil wir uns auf einen Präsenzkongress einstellen wollen und bauen darauf, dass er auch so stattfinden kann.

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