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Was kann Künstliche Intelligenz in der Notfall- und Intensivmedizin bewirken?

Kongress der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e.V. (DIVI) beleuchtet Chancen und Grenzen der Technologie
Hamburg, September 2026 – „Der Mensch im Mittelpunkt“ – so lautet das Motto des diesjährigen Kongresses der Notfall- und Intensivmediziner (DIVI26). In einer Zeit, in der Künstliche Intelligenz (KI) zunehmend die Medizin transformiert, stellt sich die Frage: Ist das ein Widerspruch? Expertinnen und Experten befassen sich auf dem DIVI26, der vom 2. bis zum 4. Dezember in Hamburg stattfindet, mit der Frage, welche Rolle KI in der Notfall- und Intensivmedizin spielt – und beleuchten dabei die zentrale Rolle des Menschen in diesem Prozess. Um dieses spannende Thema wird es auch auf der Vorab-Pressekonferenz zum DIVI26 gehen, die am Donnerstag, den 26. November von 11 bis 12 Uhr stattfindet. Sie können sich hier schon jetzt dafür anmelden.
Zentral für den regelhaften Einsatz der KI in der Intensiv- und Notfallmedizin sind klare Regularien – wie die Europäischen Regelungen zum Einsatz der künstlichen Intelligenz. Sie sind ein Meilenstein in der Formulierung verantwortungsvoller Rahmenbedingungen. Medizinische KI werden als Hochrisiko-Anwendungen eingestuft und unterliegen strengsten Auflagen. „Unsere Unsicherheit im Umgang mit Künstlicher Intelligenz speist sich auch aus der Ungewissheit darüber, welche Fähigkeiten sie künftig entwickeln wird. Unabhängig davon gilt jedoch eine klare Grenze: Über medizinische Entscheidungen mit existenzieller Tragweite dürfen nicht technische Systeme entscheiden, sondern ausschließlich Menschen. Maßgeblich sind dabei die ärztliche Indikation und der tatsächliche oder mutmaßliche Wille der Patientin oder des Patienten. KI kann Informationen strukturieren, Risiken abschätzen und die Beratung unterstützen – sie kann und darf jedoch weder den Patientenwillen ersetzen noch eine ärztliche Entscheidung über Beginn, Begrenzung oder Beendigung einer Behandlung treffen. Entscheidungen über Leben und Tod berühren die Verletzlichkeit, die Würde und die persönliche Lebensgeschichte eines Menschen. Sie verlangen Verantwortung, Empathie und die Fähigkeit, Werte im konkreten Einzelfall abzuwägen. Das können nur Menschen leisten – Menschen, deren eigenes Leben ebenfalls endlich ist“ so PD Dr. Dirk Weismann, Notfall- und Intensivmediziner aus Würzburg.
Ein weiterer Schwerpunkt des Kongresses – und der Vorab-Pressekonferenz am 26. November – wird die praktische Anwendung von KI im Alltag der Intensivstation sein. „KI kann Studenten dabei helfen, komplexe Zusammenhänge zu verstehen und Ärzten, Differentialdiagnosen zu finden. KI könnte die Dosierung von Vasopressoren (Medikamenten, die zur Verengung von Blutgefäßen führen) kontinuierlich anpassen, während die Verordnung bei den Ärzten bleibt“, so Weismann. „Hierdurch könnten wir sicherstellen, dass die Entscheidungen von Menschen getroffen werden, während uns KI bei der Umsetzung hilft. Menschen sollten immer die Bewertung der KI-Empfehlung vornehmen und hierdurch den menschlichen Vorbehalt realisieren.“
KI als Unterstützung – medizinische Entscheidungen werden von Medizinern getroffen
Der Austausch in den interdisziplinären Behandlungsteams – etwa zwischen den Intensiv- und Notfallmedizinern und zwischen den Fachexperten – zum Beispiel den Onkologen, Chirurgen und Gastroenterologen – ist entscheidend. „Wenn KI Empfehlungen abgibt, bleibt die Verantwortung für die Umsetzung bei den Intensiv- und Notfallmedizinern sowie bei den Fachexperten. Der Austausch zwischen Experten und Behandlern ist jedoch unverzichtbar, um die bestmögliche Versorgung entsprechend dem Patientenwohl sicherzustellen und dies kann nicht durch KI ersetzt werden“, betont Weismann.
Neben der Zusammenarbeit der unterschiedlichen medizinischen Disziplinen spielt auch das Mitwirken der Pflegefachpersonen und von Experten weiterer Gesundheitsfachberufe eine entscheidende Rolle dabei, die bestmögliche Entscheidung für den Patienten zu finden – insbesondere dann, wenn KI-basierte Empfehlungen beurteilt werden müssen. Der Vorteil von KI liegt dabei vor allem darin, den Behandlungsteams zu helfen, effizienter arbeiten zu können. Dies ist notwendig, um bei steigenden Patientenzahlen die Behandlungsqualität nicht nur zu erhalten, sondern auch künftig weiter steigern zu können. „Die Herausforderung besteht darin, die Menschlichkeit in der Medizin zu bewahren, während wir gleichzeitig die Möglichkeiten der KI nutzen“, so Kongresspräsident Janssens abschließend.
Über den DIVI26
Der 26. Kongress der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e. V. (DIVI) findet vom 2. bis 4. Dezember 2026 im Congress Center Hamburg statt. Unter dem Motto „Der Mensch im Mittelpunkt“ werden mehrere Tausend Teilnehmende aus Intensiv- und Notfallmedizin, Pflege, Rettungsdienst, Wissenschaft, Therapie, Management und Ausbildung erwartet.
Kongress-Pressekonferenzen
Im Fokus der Pressekonferenzen zum DIVI26 stehen neben der Rolle von KI und anderen neuen Technologien in der Intensiv- und Notfallmedizin auch die Situation der Pflege im Spannungsfeld von Hightech, Personalmangel und Gesundheitsreformen. Im Fokus stehen zudem Themen wie Advance Care Planning, Patientenwünsche am Ende des Lebens und ethische Fragen der Intensiv- und Notfallmedizin. Gerne können Sie sich schon jetzt hier für die Vorab-Online-Pressekonferenz am 26. November anmelden. Die detaillierten Programme zu den Pressekonferenzen sind derzeit noch in Arbeit. Sie können sich zudem bereits jetzt über das untenstehende Akkreditierungsformular für die hybride Kongress-Pressekonferenz anmelden, die am Mittwoch, den 2. Dezember von 10 bis 11 Uhr stattfindet.
Vorab-Online-Pressekonferenz zum DIVI26
Termin: Donnerstag, 26. November 11 bis 12 Uhr
Kongress-Pressekonferenz zum DIVI26
Termin: Mittwoch, 2. Dezember 10 bis 11 Uhr
Akkreditierung für Journalistinnen und Journalisten
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