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20. April 2026

DIVI-Schwangerenregister: Durch Datenbank Versorgung werdender Mütter verbessern

Wie viele Schwangere und Frauen kurz nach der Entbindung wurden in den letzten Jahren, Monaten oder Wochen auf deutschen Intensivstationen behandelt? Diese Frage treibt Prof. Thomas Standl, med.-wiss. Leiter des DIVI-Schwangerenregisters, bereits seit Jahren um. „Denn ihre Behandlung stellt uns immer wieder vor ganz besondere Herausforderungen“, erklärt Standl und ruft alle Kolleg:innen auf, Falldaten anonymisiert in das DIVI-Register einzutragen. 400 Datensätze sind bisher bereits hinterlegt. „Nach Hochrechnungen müssten wir aber etwa 4.500 Schwangere aufgrund von peripartalen Komplikationen oder schweren Begleiterkrankungen wie Sepsis, Herzinfarkt oder Schlaganfall pro Jahr intensivmedizinisch versorgen müssen“, so Standl. „Es ist also noch viel zu tun!“

Ein mögliches Ethik-Votum wurde durch die zuständige Ärztekammer Nordrhein geprüft: Durch die Anonymisierung der Datensätze ist kein Ethik-Votum notwendig, bestätigte diese.

Ziele des DIVI-Schwangerenregisters:

Durch die gesammelte und breite Datenbasis sollen zukünftig:

  • Behandlungsstandards und Leitlinien speziell für die Versorgung von Mutter und Kind entwickelt werden.
  • Die Versorgungssicherheit in einer der komplexesten Behandlungssituationen der Intensivmedizin erhöht werden.

Wer kann teilnehmen?

  • Der Aufruf richtet sich an alle Intensivstationen in Deutschland – unabhängig von ihrer Größe oder Fachrichtung (anästhesiologisch, chirurgisch, internistisch oder neurologisch).

So funktioniert die Teilnahme:

  1. Registrierung: Alle Mitarbeitenden einer Klinik, Intensivstation oder eines Kreißsaals können sich einmalig unter schwangerenregister.divi.de registrieren lassen und ihren personalisierten Zugang beantragen.
  2. Login anfordern: Nach einer erfolgreichen Registrierung können Sie sich zu jeder Zeit mit Namen und Passwort in das Register einloggen.
  3. Dokumentation: Erfasst werden dabei am Anfang des Registers wenige Basisdaten wie Klinikgröße und (Intensiv-)Bettenzahl. Diese Kennzahlen sowie die Daten der Patientinnen und Neugeborenen werden anonymisiert jeweils nach Abschluss der intensivmedizinischen Behandlung eigegeben. Der Prozess für die Eingabe ist unkompliziert und dauert weniger als 10 Minuten. Durch den strukturierten Aufbau ist die Dokumentation eines weiteren Falls mit geringem Zeitaufwand möglich.

Interessierte Kliniken finden weiteren Informationen und das Registrierungsformular unter: https://schwangerenregister.divi.de

 

„In diesem Zusammenhang möchten wir uns ganz herzlich bei allen Kolleginnen und Kollegen bedanken, die uns in den letzten zwei Jahren durch die Eingabe Ihrer Daten unterstützt haben", unterstreicht der med.-wiss. Leiter des DIVI-Schwangerenregisters, Prof. Thomas Standl. „Ihr wertvoller Beitrag motiviert uns weiter zu machen und kann Vorbild für künftige Interessenten sein!"