
Ziele
Die Sektion befasst sich mit:
- Strukturierte pharmakologische Informationen für Ärzte und Pflege in der Notfall- und Intensivmedizin
- Selbstbewertungsinstrumente (z.B. CME-Portal etc.) in der Notfall- und Intensivpharmakologie
- Informationsportal zu unerwünschten Wirkungen, neuen Nebenwirkungen und Interaktionen in der Notfall- und Intensivpharmakologie
Aktuelle Projekte
Empfehlungen zu Standardkonzentrationen für die kontinuierliche Infusion auf Intensivstationen
- Ziel der Initiative des Bundesverbandes Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) e.V. und der DIVI-Sektion war es, eine bundeseinheitliche Liste von Arzneimitteln mit Standardkonzentrationen zur kontinuierlichen Gabe auf deutschen Erwachsenen-Intensivstationen zu entwickeln. Dadurch soll die Akzeptanz der geschwindigkeitsgesteuerten Infusionen weiter erhöht und die Arzneimitteltherapiesicherheit verbessert werden.
- In einer gemeinsamen Arbeitsgruppe der DIVI und des Bundesverbandes Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) e.V. wurden basierend auf den Ergebnissen einer deutschlandweiten Umfrage zur Art und Konzentration von Arzneistoffen in Dauerinfusionen [Kreysing et al. Med Klin Intensivmed Notfmed 2022] geeignete Wirkstoffe identifiziert. In einem strukturierten Konsensprozess wurden Arzneistoffe und geeignete Standardkonzentrationen konsentiert, in eine nationale Empfehlungsliste überführt wurden [Kreysing et al. Krankenhauspharmazie 2023; 44: 393–399].
- Empfehlungen zu Standardkonzentrationen für die kontinuierliche Infusion auf Intensivstationen
Ein Beispiel für die interprofessionelle Zusammenarbeit von Krankenhausapotheker*innen (Bundesverband Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) e.V.) mit der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) e.V. ist die Entwicklung eines inkompatibilitätsreduzierenden Infusionsschemas für erwachsene Intensivpatienten.
Physikalisch‑chemische Inkompatibilitäten können zu Partikelbildung, Therapieversagen, Organdysfunktionen und damit zu schweren medikationsassoziierten Schäden führen. Durch Standardisierung der Infusionszuordnung, klare Kennzeichnung kritischer Kombinationen und strukturierte Entscheidungsgrundlagen unterstützt das Schema Ärzt:innen, Pflegefachpersonen und Apotheker:innen dabei, Medikationsfehler zu vermeiden und die Sicherheit komplexer Infusionstherapien im Intensivbereich zu erhöhen.
Das Schema basiert auf der gemeinsamen ADKA‑DIVI‑Standardkonzentrationsliste für Dauerinfusionen und berücksichtigt 34 häufig eingesetzte Wirkstoffe, parenterale Ernährung sowie Vollelektrolytlösungen. Auf Grundlage umfangreicher Literaturrecherchen in spezialisierten Datenbanken und eigener Laboruntersuchungen wurden Kompatibilitäten bewertet, in Pyramidenschemata überführt und daraus ein praxistaugliches 4‑Lumen‑Schema für zentrale Venenkatheter abgeleitet.
Meyn D, Hesener T, Kreysing L, Mittmann Z, Hermes C, Kaltwasser A, et al.
Entwicklung eines Infusionsschemas zur Vermeidung von Inkompatibilitäten auf der Erwachsenenintensivstation.
Med Klin Intensivmed Notfmed. 2026.
doi: 10.1007/s00063-025-01396-0
https://link.springer.com/article/10.1007/s00063-025-01396-0
Mitarbeit an der Maßnahme 35 im 5. Aktionsplan Arzneimitteltherapiesicherheit der Bundesregierung mit dem Titel „Sichere Anwendung von Mischinfusionen: Erhebung zu üblichen Mischinfusionen und Überprüfung auf pharmazeutische und pharmakologische Eignung sowie Ableitung von Empfehlungen“
- Die Maßnahme hat zum Ziel, die sichere Anwendung von medizinisch notwendigen Mischinfusionen, zu fördern. Hierzu wurden die bekannten Risiken identifiziert und Strategien zur Risikominimierung und Empfehlungen zur Anwendung formuliert, die in der klinischen Praxis als Hilfestellung Verwendung finden können.
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Die Maßnahme ist un umgesetzt und es liegt eine umfangreiche „Handlungsempfehlung für die sichere Anwendung von Mischinfusionen“ vor, die im Rahmen dieser Maßnahme unter der Federführung der ADKA sowie der DKG mit weiteren Fachexpertinnen und Fachexperten erstellt wurde.
Gemeinsam mit weiteren Sektionen der DIVI unter Leitung der DIVI-Sektion Informationstechnologie und Medizintechnik
Zur Zeit arbeitet die Sektion an einem E-Learning-Portal zu den wichtigsten Medikamenten in der Notfall- und Intensivmedizin auf der Grundlage der aktuellen Fachinformationen und Leitlinien.

Dr. rer.biol.hum. Heike Hilgarth
Wissenschaftsreferentin
ADKA – Bundesverband Deutscher Krankenhausapotheker e.V.
Alt-Moabit 96
10559 Berlin
Tel.: 030 / 39480-018
E-Mail:
Foto: Torben Brinkema

Prof. Dr. med. Karl Peter Ittner, DEAA, EDIC
Anästhesiologe, Klinischer Pharmakologe
Klinikum der Universität Regensburg
Franz-Josef-Strauß-Allee 11
93042 Regensburg
E-Mail:
Foto: privat