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Mit Biomarkern COVID-19 besser verstehen: Forschergruppe um Privatdozent Dr. med. Tobias Hilbert gewinnt 1. Platz beim DIVI-Forschungspreis experimentelle Forschung

Der mit 4.000 Euro dotierte 1. Platz beim Forschungspreis „experimentelle Forschung“ der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) geht in diesem Jahr an ein interdisziplinäres Forschungsteam um Privatdozent Dr. med. Tobias Hilbert (Foto). Der geschäftsführende Oberarzt in der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin am Universitätsklinikum Bonn hat gemeinsam mit seinem Team herausgefunden, dass bestimmte Biomarker wie etwa Syndecan-1, die eine Schädigung von Blutgefäßen anzeigen, eine besondere Bedeutung für den weiteren Verlauf bei einer COVID-19-Erkankung haben können. „Diese Forschungsergebnisse leisten einen wichtigen Beitrag, um COVID-19 noch besser verstehen und damit zukünftig auch noch besser behandeln zu können. Wir freuen uns daher sehr, diese Arbeit weiter unterstützen zu können“, sagte DIVI-Präsident Prof. Dr. med. Gernot Marx bei der Preisverleihung im Rahmen des Online-Jahreskongresses DIVI21.

Das COVID-19-Virus kann auch Gewebe- und Zellschichten in Gefäßen, vor allem in Blutgefäßen, schädigen: Viele Patientinnen und Patienten entwickeln in der Folge z. B. Lungenembolien oder Schlaganfälle. „Wir haben untersucht, inwiefern sich bestimmte Marker, die man im Blut messen kann und die eine Schädigung der Gefäße anzeigen können, im Rahmen einer COVID-19-Erkrankung verändern“, erklärt Privatdozent Dr. med. Tobias Hilbert. Dafür wurden Blutproben analysiert sowohl von Patient*innen mit mildem als auch von solchen mit einem schwerem Krankheitsverlauf, von denen über die Hälfte verstarb. Es zeigte sich, dass bereits zum Aufnahmezeitpunkt, als der weitere Verlauf noch nicht absehbar war, bestimmte Biomarker wie unter anderem Syndecan-1 stark erhöht waren. In weiteren ex-vivo-Untersuchungen stellte das Forscherteam zudem fest, dass die erhöhten Marker-Spiegel auch die Funktion von für die Virusabwehr bedeutenden Immunzellen beeinträchtigen können.

Experimentelle Forschungsergebnisse gilt es in nun in der Klinikpraxis zu überprüfen

„Diese Erkenntnisse können ein Hinweis darauf sein, dass möglicherweise stark erhöhte Syndecan-1-Spiegel den weiteren Krankheitsverlauf ursächlich mit beeinflussen können“, so Privatdozent Dr. Hilbert. Mit Blick in die Zukunft wäre nun zu überprüfen, ob sich die Resultate im Reagenzglas auch in der klinischen Praxis bestätigen lassen: Ist Syndecan-1 ein valider Marker für eine bestimmte Verlaufsprognose bei COVID-19-Erkrankungen? Könnte dies in Zukunft dabei helfen, frühzeitig eine effektive medikamentöse Therapie einzuleiten? Ist die Virusabwehr durch hohe Syndencan-1-Spiegel auch in vivo stark eingeschränkt? Mit dem Preisgeld des DIVI-Forschungspreises wird diese wichtige Arbeit vorangetrieben, um den Antworten auf diese Fragen näher zu kommen.

Über den DIVI-Forschungspreis

Der DIVI-Forschungspreis, auch bekannt als Posterwettbewerb, wird jährlich im Rahmen des DIVI-Kongresses verliehen. Als wissenschaftliche Fachgesellschaft möchte die DIVI damit der methodischen Diskussion einen höheren Stellenwert einräumen. Die jeweils vier besten Abstracts aus den Bereichen klinische- und experimentelle Medizin werden von einer Expertenjury vor dem Kongress bewertet und ausgewählt. Die beiden Sieger*innen erhalten 4.000 Euro, die zweiten 2.000 Euro und die Plätze 3 und 4 je 1.000 Euro.


Foto: Katharina Wislsperger, UK Bonn

Verleihung des Preises im DIVI TV-Studio am 30. November 2021

Ab Minute 52:20

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