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Veranstaltungskalender

126. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e.V.

Kategorie
Kongress / Symposium
Datum
25. April 2020 - 28. April 2020
Veranstaltungsort
RheinMain Congress Center - Friedrich-Ebert-Allee 1
65185 Wiesbaden, Deutschland
Telefon
0621 4106-379
E-Mail
thilo.huebner@mcon-mannheim.de
Webseite
Anhang

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

die kommende 126. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin, welche vom 25.-28.4.2020 erneut im RheinMain CongressCenter in Wiesbaden stattfinden wird, haben wir unter das Hauptthema „Ärzte als Forscher“ gestellt. Dieses Kongressmotto würdigt noch einmal in ganz besonderer Weise den Gründervater der DGIM, Professor Friedrich Theodor von Frerichs, der 2019 200 Jahre alt geworden wäre. Sein großes Anliegen als Internist und Pathologe war es, die Innere Medizin in die Reihe der „exakten Wissenschaften“ zu überführen. Damals wie heute basiert medizinischer Fortschritt entscheidend auf der täglichen hochspannenden Verbindung von klinischer Beobachtungsgabe mit naturwissenschaftlicher Vorgehensweise und den Naturwissenschaften.

Das Vermitteln neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse für Nicht-Spezialisten ist vermutlich der wichtigste Aspekt des DGIM Kongresses. Der exponentielle Wissenszuwachs in den Lebenswissenschaften rechtfertigt aus unserer Sicht den Versuch, eine Übersicht über aktuelle wissenschaftliche Entwicklungen zu geben. Daneben zeichnet sich auch ein explosives Wachstum von selbsternannten Fachzeitschriften ab, die das eigentlich wünschenswerte Publikationsmodell des freien Zugangs (open access) rein kommerziell missbrauchen, indem dort die kritische Begutachtung durch Fachkollegen (peer rewiew) keine wesentliche oder im schlechtesten Fall gar keine Rolle mehr spielt. Solche Trends, ähnlich wie anderes unkontrollierbares „Wissen“ im Internet, haben das Potential, unsere Arbeit in Zukunft nachhaltig zu erschüttern. Wir werden versuchen, diese Aspekte, aber natürlich auch neue wissenschaftliche Methoden und Trends unter dem Leitthema „Neue Wissenschaftsströmungen und Probleme“ zu erfassen.

Die naturwissenschaftliche Basis der Inneren Medizin hat inzwischen in allen ihrer Bereiche zu diagnostischen und therapeutischen Fortschritten geführt, die noch in meinem Studium als Science-Fiktion gegolten hätten. Die Onkologie sei hier als ein Beispiel herausgegriffen, wo sich molekulare, kombinierte und personalisierte Therapiestrategien in rascher Geschwindigkeit in die Patientenversorgung integrieren und selbst für Spezialisten nicht mehr ohne Nachschlagen angewendet werden können. Komplexe Inhalte dieser Art müssen und sollen weiterhin unseren Patienten in verständlicher Weise – nicht nur von onkologischen Spezialisten vermittelt werden. Zudem führen neue Therapien zu neuen Nebenwirkungen weit über die Onkologie hinaus, in meinem Gebiet beispielsweise Autoimmunkrankheiten (unter Checkpoint-In-hibitoren) und Hypertonie (unter VEGF-Antagonisten) neben dem gut bekannten medikamentös induzierten Nierenversagen. Daher unser Leitthema „Onkologie für Nicht-Onkologen“.

Bei allem wissenschaftlichen Fortschritt bleiben für die DGIM die Subdisziplin-übergreifende und die ganzheitliche Perspektive essentiell. Der von Walter Siegenthaler geprägte Begriff einer „Medizin für den ganzen Menschen“ war schon Hauptthema des 124. DGIM Kongresses unter Cornel Sieber. Er illustriert die Gradwanderung zwischen notwendigem, immer tieferem Spezialistentum mit Umsetzung neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse und gleichzeitig der Integration in eine das Individuum umfassend würdigende Behandlung. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund der – u.a. durch die Erfolge der Medizin bedingten – stetigen Zunahme an multimorbiden und älteren Patienten. Spezialistentum und ganzheitliche Perspektive zu vereinen stellt eine der großen Herausforderungen aber gleichzeitig auch die zentrale Grundlage für die DGIM dar und der Kongress muss beispielsweise Erkenntnisse aus der Erforschung des Einzelzell-Transkriptoms genauso vermitteln wie die Erforschung und Etablierung von neuen Versorgungsstrukturen. Eine Herausforderung von mindestens äquivalenter gesellschaftlicher Relevanz, die wir in unserem Leitthema „Multimorbidität und Demographischer Wandel“ aufgreifen.

So sehr sich die DGIM in Standards, Leitlinien sowie systematischen Herangehensweisen engagiert, sind selbst Leitlinien inzwischen in der Breite der Inneren Medizin zu einem kaum noch überschaubaren Geflecht geworden. Vielleicht erklärt gerade dies den Erfolg der „Klug entscheiden“ Initiative der DGIM. In dieser haben die einzelnen Fachgesellschaften besonders häufige und wichtige, jedoch zu wenig oder zu viel genutzte Verfahren identifiziert. Gleichzeitig bedeutet „Klug entscheiden“ auch, scheinbar etabliertes, tradiertes Wissen immer wieder zu hinterfragen. Wirtschaftliche Aspekte unseres Handelns müssen ebenfalls kontinuierlich reflektiert werden. Dabei dürfen sie jedoch nicht dominant werden (siehe auch „Ärzte-Codex“ der DGIM, Deutsches Ärzteblatt 8.12.2017, Jg. 114, Heft 49, A2338-40).Diese Aspekte greifen wir mit unserem Leitthema „Klug entscheiden & Ökonomie“ auf.

Ein weiterer zentraler Aspekt des DGIM Kongresses liegt in der Interdisziplinarität. Viele neue wissenschaftliche Erkenntnisse werden in den Fachgesellschaften generiert und bewertet, schaffen es aber nicht immer, die disziplinären Grenzen zu überwinden. Die DGIM möchte hier den ganzheitlichen Aspekt erneut aufgreifen. Die Nephrologie bietet hervorragende Beispiele: Patienten mit höhergradiger Niereninsuffizienz (geschätzt jeder 20. Bundesbürger) weisen eine exzessive kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität auf. Und gerade diese Patienten werden nahezu regelhaft in kardiologischen Studien ausgeschlossen! Erst durch die intensive Interaktion von Kardiologie und Nephrologie (wir bearbeiten das z.B. in einen Sonderforschungsbereich „Herz und Niere“ in Aachen bzw. Homburg/Saar) können hier grundlegende neue Erkenntnisse gewonnen werden. Dies möchten wir Ihnen unter dem Leitthema „Herz und Niere: eine unheilige Allianz“ vermitteln.

Interdisziplinäre Herausforderungen erwarten uns auch im Bereich der Infektiologie. Nicht zufällig gilt beispielsweise wenige Kilometer von Aachen entfernt in den Niederlanden ein Patient, der eine deutsche Klinik besucht hat, bis zum Beleg des Gegenteils als MRSA-besiedelt. Hier brauchen wir große Anstrengungen um Hospitalismus-Keimen entgegen zu treten, angefangen von neuen Therapeutika, über Hygiene-Forschung, Antibiotic-Stewardship Programme bis hin zu wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen der Prävention. Die Nutzung der Prävention als wesentlicher Aspekt ärztlichen Wirkens erscheint auch im Bereich der Volksgesundheit zunehmend geboten. Deutsche Bundesbürger zählen weiterhin zu den übergewichtigsten Europäern und zeigen eine sehr hohe Prävalenz des metabolischen Syndroms bei oftmals unzureichender Therapie. Digitalisierung und Telemedizin bieten hier neue Chancen zur Information und zur ambulanten Versorgung. Daher lauten die beiden weiteren, hochgradig interdisziplinären Bereiche, die wir zu Leitthemen des 126. Kongresses gemacht haben, Infektiologie & Multiresistenz sowie Präventivmedizin & Digitalisierung.

Die DGIM sieht sich über ihren Kongress hinaus der Förderung der Wissenschaft in der Inneren Medizin eng verbunden. Ab dem Jahr 2020 wird die DGIM daher eine Förderung in der gesamten Breite, d.h. vom Studenten bis zum Oberarzt anbieten. Dies geschieht in Form von Reisestipendien zur Kongress-Teilnahme, des Clinician-Scientist Programms mit hochdotierten Stipendien für herausragende Forschungsarbeiten junger Nachwuchswissenschaftler, der neuen „Roland-Müller-Akademie für internistische Nachwuchsautoren“ und dem neuen Advanced Clinician Scientist Programm für forschende Oberärzte an Universitätskliniken. Die DGIM will mit dieser Palette von Möglichkeiten einen umfassenden Beitrag dazu leisten, den Wissenschaftsgedanken in der DGIM auch zukünftig fest zu verankern. „Ärzte als Forscher“ stellt in einer – nicht-repräsentativen – Umfrage im erweiterten Vorstand der DGIM einstimmig den wichtigsten Punkt in den „Perspektiven 2025“ dar, einem Positionspapier der DGIM für die weitere Entwicklung über die nächsten Jahre, dessen Lektüre ich Ihnen gerne ans Herz legen möchte (siehe auch DMW 2019; 144: 207–212).

In der stolzen Tradition, die mit von Frerichs‘ „1. Congress für innere Medizin“ am 20. April 1881 in Wiesbaden begann, freue ich mich auf Ihren Besuch des 126. Kongresses und darauf, Ihnen von tiefen wissenschaftlichen Erkenntnissen bis hin zu kollegialen Kontakten ein breites Programm bieten zu können.

Mit den besten Grüßen und hoffentlich bis 2020 in Wiesbaden

Ihr
Jürgen Floege

P.S.: Und wenn Sie sich fragen, was eigentlich auf dem diesjährigen Titelbild zu sehen ist, dann besuchen Sie doch gerne die festliche Eröffnungsveranstaltung am Sonntag den 26.4.20

 
 

Alle Daten

  • Von 25. April 2020 bis 28. April 2020

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