Sektion Notaufnahmeprotokoll

Das Ziel der interdisziplinären Arbeitsgruppe ist es, eine dem präklinischen DIVI Notarzteinsatzprotokoll vergleichbare einheitliche klinische Dokumentation von Notfallpatienten aller Fachdisziplinen zu erarbeiten.

Eine hohe Anwenderfreundlichkeit des standardisierten Dokumentationsinstruments soll u.a. durch den Einsatz EDV-gestützter Formulare erreicht und gleichzeitig jegliche Doppeldokumentation vermieden werden. Innerhalb eines Krankenhauses führt die Verwendung einheitlicher Protokolle zu einer Verbesserung der Informationsweitergabe zwischen verschiedenen Organisationsbereichen, hilft redundante Dokumentation zu vermeiden und verbessert die Erfassung abrechnungsrelevanter Leistungen im ambulanten wie auch im stationären Bereich. Wesentlicher zusätzlicher Vorteil einer einheitlichen Dokumentation wird die Möglichkeit einer Qualitätssicherung im Sinne eines Bechmarking in Deutschland sein. Neben den Modulen Basis, Konsil und Überwachung wurden weitere Spezialmodule erarbeitet, die leitsymptomorientiert additiv verwendet werden können:

  • Trauma    
  • Anästhesie
  • Neurologie

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Die Module des Notaufnahmeprotokolls Version 2015.1

Des Weiteren sind in Zusammenarbeit mit verschiedenen Fachgesellschaften die Erarbeitung von Modulen zur Erfassung häufiger Entitäten wie z.B. Thoraxschmerz/ACS, CAP und unklares Abdomen geplant.

Über eine anwenderfreundliche Handhabung in der klinischen Routine hinaus wird das Notaufnahmeprotokoll auch für wissenschaftliche Zwecke herangezogen werden können. Aus diesem Grund werden unter anderem die weitreichenden Erfahrungen aus dem Traumaregister der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) genutzt. Grundvoraussetzungen für die Interdisziplinarität ist die Mitarbeit von Mitgliedern aller Fachgesellschaften, die an der Notfallbehandlung von Patienten beteiligt sind. Die Sektion steht daher in engem Kontakt mit der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH), der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI), der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) und der Deutschen Gesellschaft für Interdisziplinäre Notaufnahme (DGINA).

Ihre Ansprechpartner

Prof. Dr. Felix Walcher
Sektionssprecher

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Universitätsklinikum Magdeburg A.ö.R.
Universitätsklinik für Unfallchirurgie
Leipziger Str. 44
39120 Magdeburg
E-Mail: felix.walcher@med.ovgu.de

PD Dr. Martin Kulla
Stellvertreter

E-Mail: mail@kulla.de

Dr. Dominik Brammen
Schriftführer

E-Mail: dominik.brammen@med.ovgu.de

Geschichte des Notaufnahmeprotokolls

Im Jahr 2007 hat die Sektion Notaufnahmeprotokoll ihre Arbeit aufgenommen.

Die Gründungssitzung der Sektion fand am 19. September 2007 in Frankfurt am Main statt. Nach 3 Jahren intensiver Arbeit wurde der Kerndatensatz Notaufnahme mit den Modulen Basis, Überwachung, Konsil und Trauma am 30.11.2010 durch das Präsidium der DIVI konsentiert. Die Konsentierung der Spezialmodule Anästhesie und Neurologie folgte am 27.03.2011.

Im Jahr 2014 wurde der Datensatz der bisherigen Module wesentlich überarbeitet und aktualisiert. Am 18.12.2014 wurde die Version 2015 des Datensatzes durch das Präsidium der DIVI konsentiert. Neben vielen Detailüberarbeitungen wurde der Datensatz an die Datensatz-Revision 2014 des TraumaRegister DGU® angepasst. Die vollständige Kompatibilität zwischen Notaufnahmeprotokoll und TraumaRegister DGU® ist damit gegeben.

Im Rahmen des Projektes zur „Verbesserung der Versorgungsforschung in der Akutmedizin in Deutschland durch den Aufbau eines nationalen Notaufnahmeregisters“, kurz AKTIN, wurden die Daten des Datensatzes Notaufnahme als Clinical Document Architecture (CDA) syntaktisch modelliert. Die semantische Kodierung erfolgte mit LOINC, ICD10, OPS und proprietären Codes, solange eine Nomenklatur wie SNOMED CT nicht verfügbar ist. Nach Einführung von SNOMED CT wird dieses die proprietären Codes ersetzen. Der entwickelte HL7-CDA Implementierungsleitfaden für das Basismodul wurde in einem öffentlichen Abstimmungsverfahren positiv bewertet und das erste Mal am 18.11.2015 veröffentlicht. Am 09.05.2017 wurde auch das HL7-CDA des Traumamoduls in diesem Abstimmungsverfahren positiv bewertet und veröffentlicht.

Durch die Verwendung der unterschiedlichen Interoperabilitätsstandards wird die standardisierte und strukturierte elektronische Übertragung und Speicherung von klinischen Inhalten und Dokumenten zwischen Informationssystemen und weiteren Datennutzern wie dem Notaufnahmeregister ermöglicht.

Aktive Mitglieder und Unterstützer der Sektion

C. Adler, J. Ahlbrandt, G.T. Altrock, M. Baacke, A. Ballaschk, S. Bax, M. Bernhard , A. Bonk, B. Bouillon, D. Brammen, M. Brück, O. Busse, J. Büttner, HP. Daniel, H. Dewenter, H. Dormann, B. Erdmann, A. Ernstberger, M. Fischer, P. Fischer, S. Flohé, Fleischmann, B. Gliwitzky, F. Göhre, I. Gräff, H. Greul, A. Gries, Gröning, W. Gwinner, A. Hambrecht, U. Hannemann, O. Heinzel, M. Helm, H. Höger-Schmidt, F. Hildebrand, B. Hogan, F. Höpken, Ch. Josten, HG. Jung, K.-G. Kanz, S. Klinger, S. Kühner, M. Kulla, L. Lampl, U. Langenberg, R. Lefering, W. Lenz, A. Lesch, R. Löb, B. Lucas, C. Mach, M. Mack, I. Marzi, G. Matthes, M. Messelken, V. Mohr, B. Müller, D. Nast-Kolb, U. Nienaber, T. Osterbrink, T. Paffrath, P.F. Petersen, N. Pfeiffer, C. Pietsch, G. Pliske, F. Reifferscheid, C. Reimertz, W. Reip, M. Reng, E. Rickels, R. Röhrig, C. Rose, S. Ruchholtz, E. Schäfer, B. Scheller, P. Schellinger, T. Schildauer, T. Schilling, A. Schino, T. Schöpke, D. Schreiter, U. Schweigkofler, A. Seekamp, R. Somasundaram, A. Sommerer, R. Stiletto, G. Täger, P. Tralls, D. van der Heuvel, F. Walcher, C. Weise, M. Weuster, M. Windrisch, A. Wittrich, C. Woelfl, C. Wrede, S. Wutzler, H. Wyen, M. Zuckmantel

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