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Laufende Studien

VOICE

Online-Survey zu Belastungen und psychischen Ressourcen des medizinischen Personals während der COVID-19-Pandemie.

Die aktuelle Situation der COVID-19-Pandemie ist für uns alle unbekannt und vor allem für Beschäftigte im Gesundheitssektor mit Belastungen unterschiedlicher Art verbunden: Überbelastung von Intensivbetten durch COVID-19-Patienten, Leerstände ganzer Stationen und Praxen, Unsicherheiten bezüglich des Verlaufes der Pandemie, Ängste um die eigene Gesundheit, Belastung durch die schwierige Vereinbarkeit von Beruf und Familie und viele mehr.


Unterschiedliche Studien zeigen, dass während Epidemien wie bspw. SARS oder MERS Mitarbeiter in den Gesundheitsberufen besonders belastet und auch bzgl. der psychischen Gesundheit ausgesprochen gefährdet sind.
Um die aktuellen Belastungen durch Covid-19-Pandemie in einer breiten Stichprobe zu erfassen und so möglichst rasch zielgerichtete Hilfe für belastete Kolleginnen und Kollegen in und nach der Krise anbieten zu können hat unsere multidisziplinäre Arbeitsgruppe der Universitätsklinika Erlangen, Bonn und Ulm eine Onlinebefragung entwickelt.

Studienziel
Ziel der Studie ist, spezifische Belastungen im Rahmen der COVID-19-Krise (z.B. Angst, sich zu infizieren, Angst, Belastung durch veränderte Aufgaben...), resultierende Stresssymptome wie Schlafstörungen, aber auch Hinweise auf Traumatisierung, Depression, Angsterkrankungen und deren Ausprägung zu erfassen. Gleichzeitig sollen Aspekte zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie und Ressourcen erfragt werden. Anhand der Daten sollen mögliche Zusammenhänge zwischen Belastungen/Ressourcen und mentaler Gesundheit sowie mögliche Unterschiede zwischen Geschlechtern/Fachgebieten/Settings identifiziert werden.
Dazu sollen Daten einer derzeit laufenden Erhebungswelle analysiert werden und eine zweite Erhebungswelle erfolgen um eine prospektive Studie zu erstellen. T1 läuft bereits mit derzeit N > 5000, T2 ist für September 2020 geplant, wird ggf. angepasst nach Maßgabe des weiteren Pandemieverlaufs. Weiterführende Qualitative Interviews sind ebenfalls geplant.

Studienleitung

  • Prof. Dr. Yesim Erim (Sprecherin) und Dr.rer.medic. Dipl. Psych. Dipl. Theol. Eva Morawa, Psychosomatische und Psychotherapeutische Abteilung, Universitätsklinikum Erlangen
  • Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Franziska Geiser, Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie und Prof. Dr. Lukas Radbruch, Klinik für Palliativmedizin, Universitätsklinikum Bonn
  • PD Dr. Petra Beschoner und PD Dr. Lucia Jerg-Bretzke, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Universitätsklinikum Ulm

Studienablauf

Seit Mitte April erfolgt die Datenerhebung über das Onlineforum „Unipark“ vollständig anonymisiert anhand eines vom Probanden selbst zu generierenden Codes. Die erfassten Daten lassen keinen Rückschluss auf die jeweiligen Personen zu.
Ein positives Ethikvotum und Zustimmung des Datenschutzbeauftragten liegen vor.

Bislang haben über 5000 Beschäftigte im Gesundheitssektor den Fragebogen online komplett ausgefüllt.

An T1 der Befragung kann noch bis zum 15.07.2020 über den folgenden Link  teilgenommen werden: https://ww2.unipark.de/uc/voice-ulm/

Kooperationspartner*innen:

  • Prof. Dr. Christian Albus, Klinik und Poliklinik für Psychosomatik und Psychotherapie, Universitätsklinikum Köln
  • Prof. Dr. Kerstin Weidner, Klinik und Poliklinik für Psychotherapie und Psychosomatik, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
  • Prof. Dr. Christoph Herrmann-Lingen, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Universitätsklinikum Göttingen
  • Prof. Dr. Hans Drexler, Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin, Betriebsärztliche Dienststelle, Univ. Erlangen-Nürnberg,
  • Prof. Eberhard Hauschildt, Institut für Praktische Theologie, Universität Bonn
  • Prof. Dr. Thomas Kühlein, Allgemeinmedizinisches Institut, Universitätsklinikum Erlangen Klinikum Forchheim – Fränkische Schweiz
  • Prof. Dr. Christian Maihöfner, Neurologische Klinik, Klinikum Fürth
  • Dr. Irmgard Pfaffinger, Berufsverband der Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie e.V.
  • Prof. Dr. Ceren Acartürk, Koc University Istanbul, Türkei

Hintergrund der Studie:
Wissenschaftliche Studien belegen, dass Epidemien und Pandemien, wie beispielsweise die H1N1-Pandemie 2009 zu einer Zunahme psychischer Belastungen bei medizinischem Personal führen (Matsuishi 2012, Maunder 2006). Erste Daten zu psychischen Belastungen von Arbeitnehmern im Gesundheitswesen während des SARS-CoV-2 Ausbruchs und der damit einhergehenden Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) in China weisen in dieselbe Richtung und berichten von enormen mentalen Belastungen bis hin zu Schlafstörungen, Depressionen, Angststörungen (Huang 2020) und posttraumatischen Belastungsstörungen (Liu 2020, Sun 2020).

Hinsichtlich prädiktiver Faktoren für hohe Belastungsausprägung identifizierten Brooks et al. (2018) Arbeitsbedingungen wie u.a. die Art der Tätigkeit, ob Kontakt mit Infizierten besteht, Maßnahmen zur Vorbereitung der Mitarbeiter auf die Situation (Brooks 2018). Soziale Isolation bzw. soziale Unterstützung und Kontrollverlusterleben waren weitere spezifische Faktoren, die mit erhöhter psychischer Belastung einhergingen (Brooks 2018). Medizinisches Personal, das während der SARS-Epidemie 2003 in Bereichen mit hohem Infektionsrisiko eingesetzt war, zeigte deutlich häufiger Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung, als Personal in weniger risikobehafteten Bereichen (Wu 2009).

Die COVID-19-Pandemie stellt inzwischen auch Europa vor große Herausforderungen. Durch die rasche Zunahme der Infektionen mussten in den Kliniken weitreichende Veränderungen in den Arbeitsabläufen durchgeführt werden (Notbetrieb). Die Zahl der COVID-19-Patienten in den Kliniken steigt, ebenso die Zahl der intensivpflichtigen Verläufe und auch die Zahl der Todesfälle durch COVID-19. Dies stellt hohe Anforderungen an das Personal im Gesundheitswesen. Um den dadurch bedingten mentalen Belastungen und Krisen sowohl präventiv als auch therapeutisch während und nach der Krise begegnen zu können, braucht es eine fundierte Abschätzung der spezifischen Belastungen und der Prävalenz um daraus zielgerichtete Hilfsangebote ableiten zu können.

 

 

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