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Neuigkeiten aus der Intensiv- und Notfallmedizin

Stufenweise Rückkehr zum Regelbetrieb: Konzept des Bundesgesundheitsministeriums zum „Neuen Klinikalltag“

Schrittweise einen neuen Alltag zu entwickeln – dies ist das Ziel eines Konzeptpapiers des Bundesgesundheitsministeriums (BGM). Mitgewirkt hat bei dessen Entwicklung auch die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI). Die Anzahl der Corona-Neuinfektionen entwickelt sich aufgrund der getroffenen Maßnahmen in Deutschland derzeit linear. Dies lasse nun zu, dass nach fast sechs Wochen des Aufschubs oder Absage von elektiven Eingriffen ab Mai ein Teil der Krankenhauskapazitäten wieder für planbare Operationen genutzt werden kann. Die DIVI begrüßt diese Entwicklung. „Vor dem Hintergrund der verfügbaren Intensivbetten-Kapazitäten in Deutschland erscheinen die geplanten Maßnahmen absolut vertretbar“, so DIVI-Präsident Professor Uwe Janssens, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Internistische Intensivmedizin am St.-Antonius-Hospital in Eschweiler.

Unter Berücksichtigung der Empfehlungen der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), der DIVI und der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) wird die von den Krankenhäusern freizuhaltende Intensivkapazität für COVID-19-Patienten bis auf Weiteres auf 25 Prozent der insgesamt vorhandenen Intensivbetten festgelegt. Die OP-Kapazität kann in einem ersten Schritt zu 70 Prozent für Elektiveingriffe geöffnet werden. Über diese Vorgabe hinaus sollten die Krankenhäuser in der Lage sein, je nach Pandemieverlauf innerhalb von 72 Stunden weitere Intensiv- und Beatmungskapazitäten zu organisieren. Schrittweise können dann die OP-Kapazität sowie die Intensivbetten-Reserve in den kommenden Wochen weiter angepasst werden.

Entscheidungsgrundlage für Priorisierung von Operationen

Die AWMF hat zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie eine Orientierung
erarbeitet, nach welchen Kriterien die nicht für COVID-19-Patienten freigehaltenen Kapazitäten genutzt werden sollen. Operationen sollen beispielsweise bevorzugt bei schnell fortschreitenden Erkrankungen sowie überschaubarer Komorbidität erfolgen. Hier ist die konkrete Entscheidung jedoch weiterhin patientenbezogen und Woche für Woche neu zu treffen. Wichtig sei es zudem weiterhin, jeden Patienten vor der Aufnahme auf das Corona-Virus zu testen sowie auf das mögliche Infektionsrisiko im Krankenhaus hinzuweisen. Wegen der Sorge vor einer möglichen Corona-Infektion im Krankenhaus gibt es zudem Anzeichen dafür, dass in den vergangen Wochen Menschen auch bei Notfällen wie Herzinfarkten und Schlaganfällen seltener ärztliche Hilfe beansprucht haben. Dies führe zu einer Verschlechterung der Versorgung in Deutschland. Das Konzeptpapier des BMG weißt deshalb auch darauf hin, Patienten neu dafür zu sensibilisieren, dass Notfälle ärztlicher Hilfe bedürfen.

Regionale Versorgungsstrukturen beachten

„Bei den COVID-19-Infektionen in Deutschland gibt es erhebliche regionale Unterschiede. Dies muss bei der Planung Berücksichtigung finden“, gibt Uwe Janssens zu bedenken. Deshalb empfiehlt das BGM den Ländern, ein auf ihren regionalen Versorgungsstrukturen aufsetzendes (Stufen)-Konzept für die Versorgung und die Vorhaltung der Kapazitäten zu entwickeln. Dabei können die Länder die grundsätzlich 25 Prozent vorzuhaltenden Intensivbettenkapazitäten je Krankenhaus in geeigneter Weise regional auch auf andere Krankenhäuser übertragen – etwa um Spezialkliniken von COVID-19-Patienten zu entlasten. Dies ermöglicht beispielsweise, vermehrt spezialisierte elektive Eingriffe vornehmen zu können.

Prognosemodelle: Ausbau des DIVI-Intensivregisters

Um zukünftig eine Prognose für den COVID-19-bedingten Bedarf an Intensivbetten bundesweit und regional vorhersagen zu können, wird das DIVI-Intensivregister aktuell weiterentwickelt. „Unter Zuhilfenahme der Daten des DIVI-Intensivregisters werden wir kurzfristig belastbare Prognosemodelle entwickeln können, die dann zur Steuerung der Intensivkapazitäten eingesetzt werden können“, so DIVI-Präsident Janssens. Mit der Bereitstellung erster Modelle darf bis Mitte Mai gerechnet werden. Darüber hinaus wurde ein Expertenbeirat eingerichtet, um die finanzielle Lage der Krankenhäuser angesichts der getroffenen Maßnahmen zu begleiten und zeitnah Empfehlungen zur Nachsteuerung zu geben. Dieser nimmt jetzt seine Arbeit auf.

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